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Lavabit-Gründer und Metadatenlog

Hier ist eben bei Golem diese Story hochgepoppt:
Golem: Lavabit Gründer wollte für Metadaten $3500.
Die Überschrift ist natürlich reißerisch und sollte so nicht alleine im Raum stehen gelassen werden. Folgendes war wohl der Fall:
Das FBI ist an den Lavabit Gründer rangetreten und wollte Zugriff auf die Maschinen, zusammen mit einem Gerichtsbeschluss, dass er die Metadaten herausrücken sollte. Er bot dann an ein Tool zu schreiben (für diesen Aufwand verlangte er $3500):

“The headers I currently plan to collect are: To, Cc, From, Date, Reply-To, Sender, Received, Return-Path, Apparently-To and Alternate-Recipient.”

Die ganze Geschichte kann man auch beim Guardian nachlesen (englisch).

Die Frage die sich mir jetzt stellt (und ja, dazu sollte man den Artikel gelesen haben): Ist es richtig gewesen die Metadaten anzubieten oder nicht? Ist es schon Vertrauensbruch gegenüber den Usern oder ist es heldenhaft, indem schlimmeres abgewendet wurde?
Ich vermute mal, dass Levison aus den besten Stücken gehandelt hat um seiner Einschätzung nach den seinen Usern und dem Service den geringst möglichen Schaden zuzufügen. Man weiß es nicht. Aber die spannende Frage stellt sich dann: Wie weit würde man selber in so einen Fall gehen? Wenn die Metadaten, dann vllt. noch etwas kleines anderes? Und dann noch mal hier nachschauen? Und dort was aushelfen? Und dann ein wenig Zeit sparen und doch einen Login hinwerfen? Und dann hat man irgendwann die Linie gegenüber seinen Nutzer überschritten, ohne es gemerkt zu haben…
In solchen Fällen sollte man sich dann irgendwann mal an eine Vertrauensperson (neben seinem Anwalt) wenden, die einen moralisch erden und auch – zumindest so gut es geht – teilweise aus der Scheiße ziehen kann (zum Beispiel indem man sein Gewissen mal niederschreiben kann). Da würde mir der CCC zuallererst einfallen, aber auch die EFF oder andere Organisationen.

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„Sie haben das Recht zu schweigen!“

Warum dieses Recht sinnvoll ist, erklärt Rechtsprofessor James Duan von der Regent University in diesem Video.

Um seine These zu untermauern hat er Police-Officer George Bruch eingeladen, welcher mal ein wenig in seine Trickkiste blicken lässt und zeigt, wie er Leute zu Aussagen bewegt.

Ich habe noch nie jemanden so schnell reden hören wir Prof. Duan… Nun ja, Anwälte haben eben nur begrenzt Zeit für ihre Verteidigung :)

„Originalpost“:http://www.hackaday.com/2008/06/16/dont-talk-to-the-police/

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