Archiv der Kategorie: Politik

Gregor Gysi interpretiert Raplyrics von K.I.Z.

Gregor Gysi, Rap und K.I.Z? Gregor Gysi, Abgeordneter der Linken im Bundestags und bis vor kurzem (12.10.2015) noch Fraktionsführer der Linken, wurde von Rap ist interviewt, dabei sollte er zwei Texte der Gruppe K.I.Z interpretieren, einmal „Hurra die Welt geht unter“ so wie „Boom Boom Boom“.

(Bild via: Rap Ist)
Herausgekommen ist ein super interessantes Gespräch über Geflüchtete, Gysi’s Marihuana Erfahrungen und die Bedeutung von „Wohlstand“.
Ich mag Gysi’s Art und seine Sicht auf Dinge in der Welt die um ihn herum so passieren. Und ja, das mag auch alles streitbar sein, aber ich glaube er ist ein Typ mit dem man auch vortrefflich streiten kann. Auch schön ist die Schilderung seiner Unsicherheit als er mit Martin Sonneborn in einer Kneipe ein Interview gab beim „Kanzlerduell der Herzen“.
Also, anschauen, lohnt sich. Und danach „Hurra die Welt geht unter“ hören :)

So, jetzt kann der Tab zu. Arbeit.

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Johannes Lichdi über Pegida: Dresden ist ein „borniertes und engherziges Provinznest“

Johannes Lichdi sucht hier zu erklären, warum Pegida vor allem in Dresden so stark ist. Money Quote:

Aber warum gerade Dresden? Eben das Dresden, dass jahrelang dem größten Naziaufmarsch Europas zusah? Das Dresden, dass lieber eine Brücke baute, als Welterbe zu bleiben? Und auch das Dresden, in dem eine Staatsanwaltschaft Videos manipuliert, um politisch erwünschte Verurteilungen hinzubiegen? Vielleicht findet die rechtspopulistische Massenbewegung gerade in Dresden ihren Ort, weil die sächsische Landeshauptstadt schon immer die notwendige Klarheit gescheut hat. Die Oberbürgermeisterin und der Ministerpräsident haben die Pegidisten zur Großdemonstration am vergangenen Samstag ja ausdrücklich eingeladen. Pegidisten-Versteher beherrschen rundum das mediale Feld. Sie sorgen sich mehr über eine Ausgrenzung der Pegidisten als deren Angriff auf die weltoffene demokratische Gesellschaft oder gar das Schicksal der Flüchtlinge in Dresden. Sie stehen in der Tradition einer autoritären und fremdenfeindlichen gesellschaftlichen Stimmungslage, auf die die CDU seit 1990 ihre Herrschaft baut.

via: Der Tagesspiegel

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Wer geht zu Pegida und warum?

Update: Wie Fefe ganz richtig anmerkte:

Allerdings ist diese Statistik auch ein gutes Beispiel dafür, wieso man Statistiken nicht trauen darf. Denn sie haben 400 Leute befragt und 65% haben die Teilnahme abgelehnt. Die Aussagen beziehen sich also nicht auf „die Pegida-Leute“ sondern „die Pegida-Leute, die sich haben befragen lassen, was eine Minderheit war“. Und die nächste Frage ist natürlich, wie repräsentativ die Auswahl der Befragten war, und wie repräsentativ die Verteilung derer ist, die sich haben befragen lassen. Vielleicht haben nur die gebildeten Atheisten mit Job geantwortet und der Rest entsprechen doch den Vorurteilen. Man weiß es nicht.

Ende Update

Prof. Dr. Hans Vorländer von der TU Dresden hat jetzt eine Studie vorgestellt, in der die Motivationen der Pegida Teilnehmer untersucht werden.

[…] Der „typische“ PEGIDA-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit auf und stammt aus Dresden oder Sachsen. […]

Zusammengefasst heißt es:

[…] Auch wenn sich PEGIDA dem Namen nach gegen die Islamisierung des Abendlandes wendet, sind die Kundgebungen für die Mehrheit der Teilnehmer in erster Linie eine Möglichkeit, tief empfundene, bisher nicht öffentlich artikulierte Ressentiments gegenüber politischer und meinungsbildender Elite zum Ausdruck zu bringen. Diese Gegenüberstellung von „Die da oben“ und „Wir hier unten“ in Kombination mit fremdenfeindlichen Einstellungen wird traditionell zum rhetorischen Arsenal rechtspopulistischer Strömungen gerechnet. […]

via: Netz gegen Nazis

54% sind mit der Politik unzufrieden, 62% sehen sich mit keiner Partei verbunden – dann folgen auf den Plätzen 2 und 3 AfD (17%) und CDU (9%). Oha, ich hoffe mal nicht dass die alle von rechten Parteien eingefangen werden.

Bleibt jetzt noch die Frage, ab wann etwas „rechts“ ist. 77% der Befragten obiger Studie geben an, nicht wegen „Islam, Islamisierung, Islamismus“ auf der Straße zu sein. Warum laufen sie dann einem „[x]Gi[x]“ Banner hinterher (Gi: Gegen die Islamisierung)?

Ich möchte noch die Studie „Die stabilisierte Mitte – rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2014“ hier verlinken. In dieser wird die rechtsextreme Einstellung der Gesellschaft untersucht und differenziert zwischen Bildungsgrad, Parteien etc. pp. So wird in der Studie „Abitur“ als Bildungsgrad genannt:

Befragte mit Abitur stimmen allen Dimensionen des Rechtsextremismus-Fragebogens signifikant seltener zu als Personen mit einem niedrigeren formalen Bildungsabschluss. Der Effekt der Bildung ist deutlich: beispielsweise sind 6,8 Prozent der Menschen mit Abitur, aber 20,8 Prozent ohne Abitur ausländerfeindlich eingestellt.

Laut der TU Dresden Studie zur Zusammensetzung der Pegida Bewegung sind dort ein Großteil Arbeiter – ein typischer Lehrberuf, bei dem (zumindest früher) kein Abitur vorrausgesetzt wurde. Dies lässt sich _nicht_ mit der Studie belegen, dort ist von „Arbeitern/Angestellten“ die Rede, auch widerspricht dies dem einleitenden Zitat mit den „gut ausgebildeten“ Pegida Demonstranten. Allerdings haben laut Studie die meisten Teilnehmenden als höchsten Abschluss „Realschulabschluss“ angeben.

Vermutlich ist aber das wirklich größte Problem im Zusammenhang mit Pegida aber momentan die Ablehnung und Unzufriedenheit der Teilnehmenden mit der Politik und die Skepsis gegenüber Medien. Gepaart mit dem latent vorhandenem rassistischen Gedankengut existiert hier eine „Nichtmiteinanderreden“-Atmosphäre, die von keinem durchbrochen werden wird so schnell:
– Gegendemonstranten: Mit Rechten reden wir nicht!
– Pegida: Mit „den anderen“* reden wir nicht.

Mal schauen wie das Phänomen Pegida weitergeht…

* zum Beispiel Günther Jauch, etc. Aber das wird sich ja evtl. bald mal ändern.

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Frohes Protest!

Die Anstalt ist eine meiner absoluten Lieblingssendungen momentan. Jedes mal ein Thema an dem sich in Kabarettbestform abgearbeitet wird, mit wechselndem Gästen und vor allem immer mit Max Uthoff und Claus von Wagner. Von letzterem habe ich ja kürzlich hier erst ein Soloprogramm verlinkt.
Und zum Jahresabschluss gibt es in der Weihnachtsfolge der Anstalt jede Menge zu Lachen.

Und weil ich die auch so super finde und die auch in die Anstalt eingeladen wurden, Kraftklub mit „Schüsse in die Luft“.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2300740/Finale-Kraftklub-Schuesse-in-die-Luft?bc=kua884728&flash=off

Obwohl die Idee mit dem Klavier auch sehr charmant war :P

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Wir ❤ Überwachung

Das Video wird gerade auf allen möglichen Seiten geteilt, da will ich nicht fehlen. Zumal es sehr schön die Vorzüge und Benefits von Überwachung zu erklären versteht.

Nur echt, wenn es Überwachungsunfreundlich auf dem eigenen ServerGoogle gehostet wird :)

via: DKFMW

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Die Große Koalition – Nein Danke!

Update 1; 11. Oktober, 11:36 Uhr, s. unten
Ich wünsche mir keine Große Koalition. Auch wenn der aktuelle Deutschland Trend sagt, dass das 2/3 der Bevölkerung wohl möchte, da ja 1503 Leute befragt wurden.

Zum einen müssten das Quorum für das Normenkontrollverfahren so wie zur Einberufung eins Untersuchungsausschusses gesenkt bzw. mit einer Ausnahmeregelung versehen werden*. Zum anderen erwarte ich dann nichts als langweilige Einheitssauce, weil meines Erachtens die aktuelle SPD Führung vllt. Äpfel schälen helfen kann, aber nicht wirklich jemanden hat, der (charismatisch) gegen die Merkel ankommt. War schon das Problem im Wahlkampf (weshalb man irgendwen als Kanzlerkandidat aufgestellt hat). Und inhaltlich ist die SPD mal total verloren. Würde der SPD _irgendwas_ an ihrem linken Wahlkampf liegen, würde sie die Debatte über die Linke doch ganz anders in Szene setzen. Stattdessen wird eine aus dem Funkhaus der (ehemaligen) SPD Hochburg NRW (dem WDR) stammende Studie in der ARD gezeigt, die bei der Frage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie es mit der Regierungsbildung in Deutschland weitergehen kann. Ich nenne Ihnen nun einige und Sie sagen mir bitte für jede, ob Sie Ihrer Meinung nach sehr gut, gut, weniger gut oder schlecht für Deutschland wäre.

zum einen nach „für Deutschland“ und nicht nach „diese Koalition würde ich mir wünschen“ gefragt, zum anderen wird die mögliche Koalition aus SPD/Grünen/Linke gar nicht zur Debatte gestellt (DeutschlandTrend, PDF, S. 17ff)! Die Möglichkeiten scheinen den Antwortenden vorher nicht bekannt, somit kann man die fehlende Antwortmöglichkeit nur in so weit vorwerfen, als das nicht gewünscht wurde eine Schlagzeile a la

Befragte würden lieber Rot/Rot/Grün statt Schwarz/Grün

drucken zu können. Ich unterstelle da Absicht (s. Update). Und was ich besonders schlimm finde: Das ist, bevor die SPD Anhänger abstimmen. Und mich würde jetzt mal interessieren: Wie lassen sich Menschen von solchen Umfragen beeinflussen („Ich wähle, was die meisten gut finden!“)? Mir fehlt doch so als potentieller SPD Basis-Abstimmler die Gewissheit: Es gibt Leute, die wie ich denken! Eine Gruppe, mit der man sich identifiziert. (Ein wenig ist dies das 5% Hürden Problem was Tim Pritlove in Logbuch:Netzpolitik am Anfang thematisiert.)

Ganz am Rande noch eine Bemerkung: Ich fände vermutlich eine Große Koalition verträglich und sogar spannend, wenn es eine starke SPD gäbe. D. h. eine SPD bei 20%, die aber jemanden hat, der/die bei doofen Themen sagt: „Hey, ich brauche euch nicht! Hierfür habe ich meine Linke Mehrheit dahinten in der Opposition sitzen.“ Und plötzlich schrumpft dieses 42% Stimmen Monstrum der CDU/CSU nämlich zusammen auf eine Minderheitenregierung, toleriert – in einigen Punkten – von der SPD. Aber nun, dann hätten wir vermutlich die Debatte um die Große Koalition auch gar nicht. Sondern wieder eine ernstzunehmende linke SPD und eine linke Regierung.

*An Gysis Vorschlag, die Quoren nicht zu senken sondern mit „wenn die Opposition geschlossen dafür ist“ zu versehen, habe ich in so weit bedenken, als das ich mir vorstellen kann, das es Grüne gibt, welche die Linke hassen und deshalb _nie nie_ einem Linken Antrag zustimmen würden bzw. CDU Positionen in Wirklichkeit gar nicht so schlecht finden. Und da es ja (nach Gesetz) keinen Fraktionszwang gibt, könnten diese Quoren dann nicht zustande kommen, was die Opposition auf Blockflötenparteien reduzieren würde. Zwangsweise. Ich halte da eine Prozentzahl, welche 2/3 der Opposition entspricht, für besser.

Update 1:
Klar ist das Absicht: Jörg Schönenborn hat lt. Wikipedia 1994 den „Axel-Springer-Preis“ für Fernsehjournalismus bekommen. Das ist jetzt einfach der späte Dank.

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