Tagesarchiv: Juli 28, 2008

Noch mehr Mais…

So, voller Genuss habe ich nach dem Konsum der von mir geposteten Links zu den Videos über Monsanto ein Greuel gegen dieses Unternehmen entwickelt.

Was ich deshalb hier zum besten geben will: Ich war in der 11. Klasse in Williamsburg, IA wo auch Holden Foundation Seeds seinen Sitz hat (gehört seit 1997 zu Monsanto).
Dieses Unternehmen war von 1937 bis 1997 Weltmarktführer im produzieren von sogenannten „Eltern“-Samen für Mais. Was steckt dahinter?
Aus Elterngenerationen verschiedener „Zucht“linien kann man Hybride züchten – also irgendwelche Kreuzungen. Ein beispiel für ein Mais-Hybrid ist zum Beispiel Bt-Mais, eine Schädlingsresistente Maissorte. Diese Hybride zeichnen sich durch den sogenannten „Heterosis-Effekt“ aus, d.h. dass z.B. der Ertrag steigt und diese Generation einfach super-duper ist.
Mal in Mendel für fortgeschrittene zitiert:

Diese heterotischen Hybriden sind mischerbig und homogen, entsprechend der 1. mendelschen Regel (Uniformitätsregel). Danach sind die Individuen in der F1-Generation zweier reinerbiger Eltern, die ihrerseits unterschiedliche Allele eines Gens tragen, im Genotyp gleich. Dies beruht darauf, dass im doppelten Chromosomensatz je ein Allel von der Mutter und eines vom Vater stammt.

P:
A-b-C-d-E-F a-B-c-D-e-F
A-b-C-d-E-F X a-B-c-D-e-F


F1:
A-b-C-d-E-F a-B-c-D-e-F
a-B-c-D-e-F A-b-C-d-E-F

Während in der P-Generation also alle chromosomalen Genorte (Loci) reinerbig besetzt sind (AA bzw. aa), sind sie in der F1-Generation alle mischerbig (Aa, Bb etc.) besetzt.
Die Erfahrung lehrt, dass bei Merkmalen wie Produktivität, Wüchsigkeit u.ä. die günstigen Allele eher dominant sind. Wenn nun die reinerbigen Eltern sich für die Verteilung reinerbig dominanter und rezessiver Allele komplementär unterscheiden, dann wird das Merkmal in der Hybride höher ausgeprägt sein als in jedem Elternteil.

Nun ja, wer sich damit auskennt ;)

Der Nachteil: von der F1 zur F2 Generation (kreuzt man also das Hybrid mit dem Hybrid, wie es auf Maisfeldern unter normalen Bedingungen vorkommen würde), fallen die Erträge deutlich schlechter aus (um bis zu 30%). Es lohnt sich somit also nicht, selbst zu züchten, sondern man kauft wieder neuen Mais hinzu :) Danke für die Abhänigkeit!

Durch den Zukauf von Holden Seeds Foundation hat also Monsanto mal eben so den Weltgrößten Konzern zur Herstellung von Elternlinien (also den Zuchtlinien) von Mais einverleibt. Und ohne Elternlinien keine Hybride und damit keine Saat für den Bauern. Weil – das gekreuzte Hybrid taugt nichts mehr (s. Text)….

Also, wir fassen zusammen was alles für veränderten Mais spricht:
– (Mais-)Hybride taugen nicht für die eigene Zucht
– Saatgutfirmen (eigentlich gibt es da mit einem Marktanteil von 90% nur noch Monsanto) erhalten ein Monopol auf unsere Nahrungsmittel und machen Bauern EXTREM von sich abhängig – den der Mais braucht ja auch Düngemittel, Pflanzenschutz etc. (Und Monsanto hat seine Wurzeln in der Chemie, ist das schön)
– Hybride zerstören heimische Bestände (in Mexiko nen Problem -> Transgener Mais)
– und da haben wir jetzt noch keine Patentklagen, Patentgebühren etc. – die es natürlich auch noch gibt – einbezogen
– und wir haben keine Gesundheitsstudien berücksichtigt – was machen diese veränderten Gene im Menschen?

Früher fand ich Gen-veränderte Pflanzen nicht SOOO schlimm, nun ja, wenn die Pflanzen denn auch mal in der Wüste wachsen, warum nicht? Allerdings ist das wahrscheinlich die Ausnahme der Forschung, und selbst diese Forschung wird ihren Preis haben.
Auch wäre es alles anders zu bewerten, wenn es wirklcihen Wettbewerb gäbe – dann würden u.U. Firmen Studien finanzieren, die mal über die Gesundheitsrisiken der Konkurrenzprodukte aufklärt… Aber ob das nicht doch ne Utopie ist? Man zerstört sich ja nicht sein eigenes Geschäftsfelt.

Nun ja, es bleibt glaub ich nicht abzuwarten, sondern man sollte mal handeln. Nur wie? Bio Bauern? IDK.

Oh, und es soll wohl nen tollen Film geben (außer den geposteten): King Corn

Spannendes Thema. Und meine Freundin möchte in die Richtung studieren (Biochemie). Toll.

Werbeanzeigen

Ein Kommentar

Eingeordnet unter diverses

WDR Doku: Die arme Sau!

Nun, man kann sich ja über Patente streiten, aber wie man in diesem Video sieht, dürfen sich Patente um Gottes Willen nicht auf alle Teile unserer Gesellschaft ausdehnen und wir sollten uns mal alle Gedanken über den Vor- und Nachteile eines Patentes machen…

In dem Film geht es darum, wie Monsanto ein Patent auf ein Schweinegen anmelden will, welches allerdings in vielen Schweinen schon vorhanden ist. Kriegt Monsanto das Patent (in Deutschland) genehmigt, können die jeden deutschen Schweinezüchter, dessen Ferkel dieses Gen aufweisen, auf Patentgebühren verklagen!

Monsanto ist eh ein böser Konzern, aber das soll hier mal jetzt nicht im Mittelpunkt stehn (ich such noch nach ner schönen Doku darüber). (Z.B. diese von Arte: „Monsanto: Mit Gift und Genen „ [Doku leider nicht mehr in der Arte-Mediathek zu finden :(]

Aso, für die, die bei Monsanto an eine Kleinstadt oder einen Bahnhof denken: Monsanto ist ein riesiger Konzern welcher u.a. Gen-Manipuliertes Saatgut vertickt: Monsanto hält 90% der Patente an gentechnisch veränderten „Natur(?)“produkten: Soja, Baumwolle, – you name it!

Danke übrigens für den Hinweis auf die WDR Doku an klobs

Und hier, finally, die Doku:

2 Kommentare

Eingeordnet unter diverses