LG München verweigert Akteneinsicht

Nach dem letzten Post jetzt noch etwas erfreulichereres – wenn allerdings nur zum Teil, denn bald wird dies wahrscheinlich eh keine Rolle mehr spielen:
Das LG München verwährte einer Filmfirma die Akteneinsicht nach einem eingestellten Verfahren gegen eine Person (Verbreitung von Filmen).
Dies begründete das LG München damit, dass es

nicht Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden [ist], die Geltendmachung bloßer zivilrechtlicher Ansprüche, ohne daß eine Straftat nachweisbar wäre, zu ermöglichen. […] Die Gewährung von Akteneinsicht würde damit die Gefahr begründen, daß die Ermittlungsbehörden die Inanspruchnahme zivilrechtlich nicht Verpflichteter durch die Anspruchstellerin begünstigen würde – dies untermauert mit dem Hinweis auf geführte staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.“

Da hat ein Gericht mal Verstanden worum es der Contentmafia geht, und wie man das sinnvoll verhindern kann: Durch das Verfahren und die Akteneinsicht über die Adresse etc den Beklagten nachträglich persönlich zu belangen. Zumal in diesem Fall, es ging um pornöses Material, könnte man bestimmt auch von Erpressung reden.
Und deshalb wendete das LG München unser neues Recht auf digitale Intimsphäre an:
denn

die Offenlegung, daß sein Computer solche Werke speicherte […] ganz erheblich in die Intimsphäre und damit sogar in den besonders geschützten Kernbereich der Persönlichkeitsrechte des Computerbesitzers eingreifen.

Applaus bitte! Da hat mal ein Gericht verstanden, worum es Karlsruhe ging, und worum es uns Internetnutzern geht und worum es dieser abgefuckten Contentmafia geht!

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